Tempranillo
Ihre Existenz soll sie dem Jakobsweg verdanken. Pilger aus dem Burgund, so wird erzählt, brachten auf Ihrem Weg nach Santiago de Compostella im Mittelalter Pinot-Noir-Rebstöcke nach Spanien. Aus denen entwickelte sich dann die Edelrebe Tempranillo. Für diese Geschichte spricht, dass die wichtigsten Anbaugebiete des Tempranillo – die Rioja, die Ribera del Duero und Toro - am Jakobsweg liegen.Übersetzt heißt Tempranillo „kleines Frühchen“, weil die Trauben früh ausreifen. Die Beeren sind dickschalig, d.h. reich an Gerbstoffen (Tanninen) und Geschmackstoffen. Die vorstechende Eigenschaft der Tempranillo-Traube ist ihre Ausgeglichenheit. Sie hat Gerbstoffe und damit Alterungspotential – aber die Gerbstoffe sind eher weich und ohne Kanten. Sie hat Fruchtaromen von roten und dunklen Beeren – aber wegen der milden Säure bleibt die Frucht dezent und ausgewogen.
Den für deutsche Gaumen so typisch spanischen Geschmack erlangen Rotweine aus Tempranillo durch die Reife im kleinen Eichenfass. Insbesondere in Fässern aus der aromatischen amerikanischen Eiche entwickeln die „Crianzas“ und „Reservas“ ihre markanten würzigen Noten von Toffee, Vanille und Kokosnuss.
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