Lateinamerika
Abenteurer, Glücksritter, Goldsucher – Lateinamerika war über Jahrhunderte der Kontinent der Träume für viele europäische Auswanderer. Mit der Einwanderungswelle im 19.Jahrhundert kamen auch drei französische Reben nach Südamerika, die in ihrem Heimatland keine rechte Zukunft mehr für sich sahen. Sie hießen Malbec, Carmenere und Tannat. Der Malbec, wegen seiner Anfälligkeit bei Feuchtigkeit im Bordeaux weitgehend ausgemustert, begab sich nach Argentinien und machte in den trockenen Höhenlagen am Fuß der Anden Weltkarriere. Die Carmenere – in Europa nahezu vergessen - siedelte in Chile und wurde dort lange Zeit für Merlot gehalten. Erst vor 15 Jahren wurde dieser Irrtum aufgedeckt und der kometenhafte Aufstieg in die Liga der internationalen Top-Weine begann. Der Tannat, in Frankreich als ausgesprochen rauer Geselle verkannt, versuchte es in Argentinien und Uruguay. Das dortige Klima ließ ihn aufblühen – und er steht an der Schwelle zum ganz großen Durchbruch.
Die beiden wichtigsten Weinbauländer Südamerikas sind Argentinien (200.000 ha Fläche) und Chile (115.000 ha). Daneben wir in nennenswertem Umfang auch in Brasilien, Peru und Uruguay Wein erzeugt. Ein großer Teil der Flächen ist mit ertragsstarken heimischen, in Europa weitgehend unbekannten Reben bestockt. Diese Weine kommen selten über Tafelwein-Qualität hinaus. Umso großartiger sind die Weine aus den genannten drei Rebsorten, die dem lateinamerikanischen Weinbau ein ganz eigenes Gesicht im internationalen Weinzirkus geben.
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